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Salsa Tanzlehrer in Nordrhein-Westfalen (NRW), Leverkusen, Düsseldorf, Köln...

Tanzstile

Kubanisch

Für viele Menschen liegt die Wiege der Salsa (Musik und Tanz) in Kuba...

Zitat aus Wikipedia.org:
[In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war Kuba das Zentrum lateinamerikanischer Musik und wichtigster musikalischer Impulsgeber für alle an die Karibik angrenzenden Länder, insbesondere für Mexiko und die USA. Kuba war das bevorzugte Urlaubs- und Freizeitparadies der US-Amerikaner – es gab einen regen musikalischen Austausch und musikalische Neuerungen fanden schnell Eingang in den US-amerikanischen Musikmarkt.]

Was den kubanischen Tanzstil anbelangt, so kann man nicht von EINEM Tanzstil sprechen. Vielmehr ist auch kubanische Salsa geprägt durch viele Tänze, die in die Salsa hineinwirken - den Danzón, Guaguancó, Son, Mambo, Chachacha...u.a.m.

Für gewöhnlich wird der kubanische Stil - wenn als einzelnes Paar getanzt - als Casino bezeichnet. Dabei dreht sich das Tanzpaar insgesamt im Kreis und die einzelnen Tänzer können dabei, einem Planetensystem gleich, ebenfalls drehen. Bedingt durch starke Einflüsse der afrikanischen Einwohner Kubas (in der Sklavenzeit sind sehr viele von den Spaniern in die Karibik verschleppt worden) ist diese Prägung sowohl in instrumentaler als auch bewegungstechnischer Form zu sehen. Man sagt dem kubanischen Tanzstil sehr viel Geschmeidigkeit nach, es wird mit "dem ganzen Körper" getanzt und nicht stilisiert und isoliert. Der Körper des Tänzers wird in seiner Gesamtheit ins Spiel gebracht.

Für mich war der kubanische Stil der erste, mit dem ich als Anfänger konfrontiert wurde. Er wurde auch (jedenfalls in Köln) am meisten zu der Zeit wo ich anfing (um 1996) getanzt. Dabei lernte ich als erstes auf der "3" zu tanzen (dem 3. Taktschlag im 4/4 Takt). Denn auf "2" gibt es den sog. Conga Slap (ein kurzer Schlag auf die Conga), auf den man (gerne) einen "Tepp" tanzt - das ist eine nur kurze Berührung mit dem (meistens) Ballen und verleiht dem Tanz eine sehr temperamtentvolle Note.

Später lernte ich, dass auch kubanisch auf "2" oder auch auf "1" getanzt werden kann - gerade so, wie es dem "Cubanito" eben einfiel ;-)

Lange Rede - Kurzer Sinn: man kann eben so tanzen, wie es einem gefällt und sogar innerhalb eines Liedes gab es Tänzer, die den Takt wechselten (ich empfehle dies jedoch nicht).

Ich unterrichte mittlerweile bei den Anfängern am liebsten den kubanischen Tanzstil. Dabei sehe ich es nicht allzu eng. Getanzt wird dabei auf "1" und den "Tepp" lasse ich meist noch weg, ausser es wird ein seitliches Chassis (einem Wechlselschritt ähnlich, jedoch ohne Verzögerung) getanzt. Da haben die wenigsten ein Problem mit. Doch in meiner Erfahrung zeigte sich, dass viele erst später die Koordination erlangen, immer einen "Tepp" einzubauen. Erstaunlicherweise musste ich auf einem Salsa Kongress in Berlin bei einem Kubaner feststellen, dass dieser auch keinen "Tepp" tanzte ;-)

Fortgeschrittenes kubanisches Salsa tanzen ist geprägt durch Schnelligkeit und akzentuiertes Tanzen. Die Schultern und Arme werden stark eingesetzt um sog. Shimmies oder Shakes zu tanzen. Komplizierte Knotenfiguren werden vertanzt und die Damen erlangen ein sensuales Tanzen, bei dem sie ihre Weibhlichkeit gerne betonen werden...

Puertoricanisch/N.Y und L.A.

War nun Puerto Rico die Wiege des "Linien Styles" ? Oder doch New York (N.Y.)? Und wurde der N.Y. Style nach Los Angeles (L.A.) gebracht?

Entscheidend ist, dass sehr starkt auf einer gedachten Linie getanzt wird und die Bewegungen schon mehr dem Ballroom Style von Standardtänzen gleichen.

Zentrales Element ist der "Cross Body Lead (CBL)", ein Platztausch im Paar, bei dem der Herr in einem 90° Winkel zur Dame stehend, ihr den Passierschritt erlaubt, bei dem sie die Seite wechselt. Immer wieder wird der Mambo-Grundschritt vorwärts-rückwärts oder auch hin und wieder seitwärts getanzt, bis die nächsten 8 Taktschläge vertanzt werden. An den jeweiligen "Endpunkten" vor oder nach dem CBL werden Einfach-bis Mehrfachdrehungen getanzt - sowohl von Mann als auch Frau.

Sogenannte "Cross Body Turns" sind gelaufene Drehungen während des CBL und werden (nur) von der Frau bzw. dem Tanzparnter getanzt. Ebenso ist der Peek-a-Boo oder die Copa , wie sie auch bezeichnet wird, ein Element, dass vorwiegend die Dame tanzt.

Der Line-Style, so würde ich ihn treffender bezeichnen, ist im Gegensatz zum kubanischen Style kontrollierter und seltener sind ausschweifende Bewegungen zu beobachten. Es hängt jedoch von jedem selber ab, was er tanzt und wie er die laufende Musik interpretiert, so dass auch hier sich TänzerInnenhin hin und wieder das "Recht" nehmen, einfach auch kubanische Elemente in den Style zu integrieren.

Ich unterrichte meist erst bei den fortgeschrittenen Anfängern den Line-Style, weil aus meinen Erfahrungen heraus, die Schüler erst einmal Grundlagen in Takt und Rhythmus erwerben sollen, die sie im kubanischen Style leichter erlangen. Somit werden sie sicherer und haben auch mehr Spass...

Latin Style und mein eigener Style

Bedingt durch mein tanzsportliches Engagement im Lateinbereich, habe ich sehr viele Bewegungen erworben, die im Chachacha, der Rumba, und der Samba vertanzt werden. Wenn auch die Turniertänze oft sehr stilisiert sind, so gibt es doch einen Trend zur Natürlichkeit und zur Rückbesinnung. So werden Hüftbewegungen nicht unbedingt "schnippig" getanzt, sondern weich und elegant. In der Samba wird auch wieder vom Strassentanz gelernt und z.B. sog. Batukadas vertanzt.

Hüften sollen sich bewegen - jedch als Folge des Bemühens, sich von dem entsprechenden Bein bzw. Fuss abzudrücken, um einen Schritt zu machen. Schulterbewegungen stammen aus dem "Körperinneren" und sollten nicht aufgesetzt getanzt werden. Der Beobachter solcher Tänzer fühlt intuitiv, dass da etwas nicht stimmt. Es gibt immer eine Gegenbewegung für einen Schritt, Arm, Oberkörpereinsatz. Der Körper sollte als eine Gesamtheit verstanden werden und nicht isoliert auf Schritte oder nur die Arme, die eine Dame führen. Der Tänzer sollte seinen Partner mit seinem "Körper" führen...

Meinen eigenen Style würde ich als eine Synthese aus allen möglichen Stilen verstehen. Dabei kann es vorkommen, dass ich bei einem bestimmten Lied überwiegend N.Y. Style tanze aber bei einem fetzigen kubanischen Lied sicher nicht die Linie "quälen" werde. Hier tanze ich im Kreis und versuche meine Tanzpartnerin zu motivieren, mitzumachen.

Ich bin kein Mensch, der sich gerne in eine bestimmte Gruppe einreihen möchte. Ich nutze gerne alles was gut und recht ist, um an entsprechender Stelle und mit der gegebenen Laune zu tanzen. Es kommt mir dabei besonders darauf an, dass meine Partnerin und ich, für einander aufmerksam sind. Denn nur so kann man Überraschungen in den Tanz einbauen, da sonst ja anhand eines Stiles vieles vorhersehbar wäre :-)

Auf der Piste ist für mich "Freiheit" der Bewegung wichtig und kein bestimmter Stil. Ich unterrichte sicher Stile, jedoch immer nur als eine "Idee", eine Abstraktion um zu üben, um später im "wahren" Leben sich das Recht zu nehmen, davon wieder abzuweichen. Wichtig ist die Kommunikation mit der Partnerin bzw. dem Partner. Denn wenn sich beide verstehen, können sie gemeinsam die herrlichen Rhythmen und Gesänge, die in vielen Salsa Stücken stecken, geniessen...

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